Mittwoch | 1. April 2020 | 19.30 Uhr: „Aus Trotz oder Trotzdem: Vom versuch, katholisch zu bleiben“

Gesprächsabend mit der DLF-Redakteurin Dr. Christiane Florin

Viel zu lange haben Gläubige zu Machtmissbrauch, sexualisierter Gewalt und Frauenverachtung in der katholischen Kirche geschwiegen. Viel zu lange haben sich die Gläubigen nicht gegen ein autoritatives System gewehrt, das sie kleinhält und überkommene Strukturen bewahren will.

Christiane Florin bleibt nicht stehen bei einer Anklage und Selbstanklage. Vielmehr geht es ihr um ihre tiefe Sehnsucht nach einer gründlichen Erneuerung der Kirche. Damit spricht sie vielen kritischen Gläubigen aus dem Herzen. Trotz aller Schwierigkeiten und Enttäuschungen ist ihr der Glaube an Jesus Christus und seine befreiende Botschaft wichtig und versucht sie, katholisch zu bleiben.

Darüber schreibt sie in ihrem neuesten Buch „Trotzdem! – Wie ich versuche, katholisch zu bleiben“, das am 23. März im Kösel-Verlag erscheint. Davon spricht sie an diesem Abend bei MANEGE FREI – KIRCHE AUF DEM DRAHTSEIL. Darüber lohnt es, miteinander zu sprechen. – Herzlich willkommen!

Mittwoch | 29. jan. 2020 | 19.30 uhr: „Kirche selber machen“

Diskussionsabend mit dem Präsidenten des
Zentralkomitees der deutschen Katholiken
Prof. Dr. Thomas Sternberg

Moderation: Dr. Herbert Fendrich

Kirche braucht selbstbewusste Gläubige, die das kirchliche Leben selbst in die Hand nehmen. Wie müssen sich Kirche und die Laien hierzu verändern?

Der dramatische Rückgang von Priestern in Deutschland zwingt zu radikalen Umgestaltungen der kirchlichen Landschaft , wenn man am Konzept der priesterlichen Gemeindeleitung festhält. In den neuen Großpfarreien wird die lokale Verortung der Kirche mehr und mehr von Laien übernommen werden müssen. Wir brauchen zunehmend selbstbewusste, letztverantwortliche Gläubige, die das kirchliche Leben, ohne auf hauptamtliche Strukturen zu warten, selbst in die Hand nehmen. Vielerorts geschieht das bereits – nicht zuletzt von Frauen getragen. Umfangreiche Veränderungen und Reformen werden gefordert und müssen besprochen werden, z.B. im Rahmen des Synodalen Prozesses.

Viele Kirchen, die im Bistum Essen seit seiner Gründung 1958 gebaut wurden, gehen auf ein Gemeindekonzept zurück, das die kleine, überschaubare Pfarrei als Ideal ansah. Das ist heute nicht zuletzt angesichts eines starken Rückgangs an Katholiken ein Problem geworden. Ein Experiment ist es, Gebäude vor einer Entwidmung oder Abriss wieder in die Eigenverantwortung der Gemeinden zurück zu legen. Es ist der Versuch, Kirchen zu erhalten, auch wenn keine regelmäßige Liturgie mehr dort stattfindet. Kann das gelingen? Wie müssen sich Kirche und die Laien hierzu verändern? Auch darum und um allgemeinen Fragen der kirchlichen Entwicklung wird es an diesem Abend gehen.

Der Eintritt ist frei. Vorher und in der Pause werden – wie üblich – „Bütterkes an Pils“ angeboten.