Alle Beiträge von Burkhard Schönwälder

Mittwoch, 20. März 2019, 19.30 Uhr: „Und das Wort ist Cloud geworden“ – Geht Religion digital?

Vortrag und Gespräch mit dem Theologieprofessor der Goethe-Universität Frankfurt, Prof. Dr. Bernd Trocholepczy, Professor für Religionspädagogik und Mediendidaktik

Während christlicher Glaube und Kirche immer weiter an Boden verlieren, vertrauen immer mehr Menschen auf die Fortschritte der Digitalisierung. In Wirtschaft und Politik, im Bildungsbereich oder im Gesundheitswesen wird immer dringlicher ein „Digitalpakt“ gefordert. Zunehmend ist von Vorteilen der „künstlichen Intelligenz“ die Rede.

Damit verändert sich die Sicht auf den Menschen in bisher ungekanntem Maße. Davon ist der Theologieprofessor der Frankfurter Goethe-Universität überzeugt. Und es stellen sich fundamentale Fragen wie z.B.: Inwieweit können wir noch der menschlichen Intelligenz vertrauen, zu der traditionell der Gottesglaube gehörte? Richtet sich die Hoffnung des Menschen vielleicht zu Recht mehr auf die Digitalisierung als auf ein kaum erkennbares Wirken eines unsichtbaren Gottes? Ist der christliche Glaube an einen Gott, der Mensch geworden ist, noch zu rechtfertigen?

Solche und ähnliche Fragen will der Referent im Begegnungszentrum maGma in Wattenscheid-Höntrop diskutieren. Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind herzlich willkommen. Der Eintritt ist frei. Vorher und zwischendurch werden wie üblich „Bütterkes an Pils“ angeboten.

Mittwoch | 23. Januar 2019 | 19.30 Uhr: „ALMAN – Damit die Fremde Heimat wird“

Hülya Ceylan,
Mitarbeiterin der Merkez-Moschee in Duisburg

im Gespräch mit Dr. Detlef Schneider-Stengel,
Referent für den interreligiösen Dialog im Bistum Essen

Kein einfaches Thema, das mit der „Heimat“. Erst recht nicht, wenn sich diese plötzlich verändert. Dann spürt man, dass die eigene Identität an etwas hängt, was sich furchtbar schwer ausmachen lässt. „Heimat“ muss jeder für sich zuerst einmal definieren. Denn es gibt Unterschiede zwischen Heimat und Zuhause, Geburts- oder Vaterland, Lebensraum oder Wohnstatt. Das Wichtigste bei der Heimat ist wohl die „Verbundenheit“ – mit der Umgebung, den Menschen, der Mentalität, den Gepflogenheiten, dem essen, der Familie und den Freunden – eben alles, was für den jeweiligen Heimatbegriff typisch ist – oder zumindest zu sein scheint.

Die Frage nach dem, das Heimat ist, stellt sich in Deutschland heute mehr denn je. Verursacht durch viele Krisenherde und religiöse Verfolgung sind in den Jahren viele Menschen nach Deutschland geflohen. Wie kann es gelingen, diesen Menschen dabei zu helfen, dass das neue Land Heimat wird?

Hülya Ceylan arbeitet als Sozialpädagogin in der Begegnungsstätte der vor zehn Jahren eingeweihten Moschee in Duisburg-Marxloh. Sie ist neben ihrem Hauptjob ehrenamtliche Sprecherin, Gästeführerin und Vorsitzende der christlich-islamischen Gesellschaft Deutschlands mit Sitz in Köln; sie steht auch für den interreligiösen Dialog. Im Gespräch mit Dr. Detlef Schneider-Stengel, Referent für den interreligiösen Dialog im Bistum Essen, gehen sie der Frage nach, was passieren muss, damit die Fremde zur Heimat wird. Ceylan wird dabei von ihrem Projekt ALMAN berichten, eine Abkürzung für: Akzeptanz fördern – Loyalität stärken – Migration akzeptieren – Anerkennung zeigen – Neues annehmen. ALMAN ist ein Projekt zu den Themenfeldern Migration, Religion und Integration.

Wie kann es gelingen, Vorurteile von integrationskritischen Personen gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund abzubauen? Wie gehen wir selbst mit Fremdheiten unserer eigenen Heimat gegenüber um? Müssen wir möglicherweise beginnen, den Begriff „Heimat“ als Plural „Heimaten“ zu verstehen? Was ist uns tatsächlich fremd bei Fremden und wie wollen wir damit umgehen? – Kein einfaches Thema, das mit der „Heimat“.